Konferenz der Wiener SPÖ-Frauen

Konferenz der Wiener SPÖ-Frauen 2019
Konferenz der Wiener SPÖ-Frauen 2019 in den Sofiensälen Bild: Markus Sibrawa

Ludwig: „Geschichte der Sozialdemokratie ist eng verbunden mit dem Kampf um Frauenrechte“

Die Wiener Frauensekretärin LAbg. Nicole Berger-Krotsch hat die Frauenkonferenz 2019 der Wiener SPÖ in den Sofiensälen eröffnet. Bürgermeister Michael Ludwig hat die Grußworte gesprochen. „Die Geschichte der Sozialdemokratie war immer schon eng verbunden mit dem Kampf um die Rechte der Frauen“, sagte Ludwig. „In Wien haben wir sehr viel für Frauen erreicht – das verdanken wir dem Einsatz vieler engagierter Genossinnen“, betonte Ludwig und nannte als Beispiel den Gratis-Kindergarten, der es auch sozial schwachen Familien ermöglicht, Familie und Beruf zu vereinbaren. Der Bürgermeister bedankte sich bei der scheidenden Wiener SPÖ-Frauenvorsitzenden Renate Brauner für ihre langjährige Arbeit: „Du warst stets nahe an den Menschen und an ihren Anliegen. Du hast in deiner Arbeit viele Themenbereiche abgedeckt und in deiner Tätigkeit als Frauenvorsitzende viele wichtige Projekte umgesetzt.“ Als Zeichen der besonderen Wertschätzung überreichte Michael Ludwig Renate Brauner die Viktor-Adler-Plakette.
Frauenkonferenz: Michael Ludwig und Renate Brauner
Bürgermeister Michael Ludwig überreicht Renate Brauner die Victor-Adler-Plakette Bild: Markus Sibrawa

 

„Wir stehen in einem direkten Kampf mit der Bundesregierung, die viele soziale Errungenschaften untergräbt und Gegenmaßnahmen setzt“, so Ludwig. Mit der Einführung des 12-Stunden-Tages, der Karfreitagsregelung, oder der Streichung der Aktion 20.000 zeige die Regierung, wie sie über ArbeitnehmerInnen drüberfährt. „Wir als Stadt Wien setzen hier Akzente und starten die Joboffensive 50+, mit der wir Langzeitarbeitslosen WienerInnen über 50 wieder Chancen am Arbeitsmarkt geben“, betonte Ludwig. Auch die Kürzung der Mindestsicherung zeige die unsoziale Politik der Bundesregierung. „60 Prozent der MindestsicherungsbezieherInnen in Wien sind Kinder, PensionistInnen oder behinderte Menschen. 40.000 Kinder sind in Wien davon betroffen. Was will die Bundesregierung mit dieser Maßnahme erreichen, außer Armut zu schaffen? Wir halten es da mit Bruno Kreisky, der sagte: ‚Für uns ist jedes Kind gleich viel wert!’“, so der Bürgermeister.

Frauenkonferenz: Bürgermeister Michael Ludwig
Bürgermeister Dr. Michael Ludwig spricht Begrüßungsworte auf der Konferenz der Wiener SPÖ-Frauen Bild: Markus Sibrawa

Heinisch-Hosek: „Wien zeigt in vielen Bereichen, wie gute Politik für Frauen gemacht wird“

Wien zeige in vielen Bereichen, wie gute Politik für Frauen gemacht wird, betonte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek in ihren Begrüßungsworten. „Während Schwarz-Blau die Frauen im Stich lässt und nun auch die AMS-Fördermittel für Frauen kürzt, liegt in Wien ein Schwerpunkt auf Berufsförderung für Frauen.“ Heinisch-Hosek bedankte sich bei Renate Brauner, die weiterhin stellvertretende Bundesfrauenvorsitzende und im Frauenvorstand bleibt: „Dass wir heute mit Stolz sagen können: Wien ist die Stadt der Frauen, daran hast du, Renate, einen Löwinnenanteil.“ Erfreut zeigte sich Heinisch-Hosek darüber, dass Marina Hanke für den Vorsitz der Wiener Frauen kandidiert. „Wien geht in vielen Bereichen voran. Das gilt auch für den Generationenwechsel, den wir vorantreiben wollen. Die jungen Frauen sind die Zukunft unserer Partei und sie sind die Zukunft dieses Landes“, so Heinisch-Hosek. „Marina, du hast unsere volle Unterstützung und ich freue mich sehr auf eine gute Zusammenarbeit.“

SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek
Bundesfrauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek spricht Begrüßungsworte auf der Konferenz der Wiener SPÖ-Frauen Bild: Markus Sibrawa

 

„Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen zu sein, hat mich mit Stolz und Freude erfüllt“ – Scharfe Kritik an Bundesregierung

„Die SPÖ-Frauenorganisation war und ist meine politische Heimat. Und Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen zu sein, hat mich mit Stolz und Freude erfüllt“, sagte die scheidende SPÖ Wien-Frauenvorsitzende Renate Brauner bei der heutigen Jahreskonferenz der Wiener SPÖ-Frauen. „Der Einsatz für Frauen hat sich wie ein feministisch-roter Faden durch alle meine Funktionen gezogen“, zieht Brauner Bilanz und verweist auf Initiativen wie den „Töchtertag“, den „Wiener Frauenpreis“, „Geschlechtergerechte Kommunalpolitik“, „Gender Budgeting“ und die „Wiener Ausbildungsgarantie“ oder die Aktion „Frech – Frauen ergreifen Chancen am Arbeitsmarkt“. „Auf diese Maßnahmen können wir wirklich stolz sein!“, so Brauner.

 

ehem. Vorsitzende Renate Brauner
Die scheidende Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen Renate Brauner bei ihrer Abschiedsrede Bild: Markus Sibrawa

Scharfe Kritik übte Brauner an der schwarz-blauen Bundesregierung: „Schwarz-Blau hat als erstes Maßnahmen gegen die Frauen gesetzt und Errungenschaften für Frauen infrage gestellt. Im wirtschaftlichen und Überbaubereich vertreten sie ein völlig überholtes, rückwärtsgewandtes Frauenbild.“ Die Wiener SPÖ-Frauenvorsitzende verweist dabei auf Einsparungen bei der Frauenförderung oder die Infragestellung der Fristenlösung. „Es zeigt sich: Bei so einer reaktionären Bundesregierung geht es für die Frauen ans Eingemachte. Aber es zeigt sich auch, sie werden bei ihren Verschlechterungen für Frauen auf erbitterten Widerstand stoßen – nämlich von uns SPÖ-Frauen!“, zeigt sich Brauner kämpferisch. „Wir haben noch viele Forderungen: gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, Arbeitszeitverkürzung, neue Verteilung von Familien- und Lohnarbeit, frauengerechte Digitalisierungsinitiativen, zukunftsorientierte Berufe für Frauen und noch vieles andere mehr.“

Ehem. Vorsitzende Renate Brauner
Die scheidende Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen Renate Brauner bei ihrer Abschiedsrede Bild: Markus Sibrawa

Es sei kein Zufall, dass Wien Hauptangriffspunkt der schwarz-blauen Bundesregierung ist. „Wien ist die Stadt des sozialen Zusammenhalts. Wien ist die Stadt der Lebenslust und der Weltoffenheit. Wien ist die Stadt der Frauen und Wien ist eine internationale, wachsende Stadt. Mit allen Chancen und Herausforderungen, die Zuwanderung bringt. Wien ist eine Metropole und wir sind stolz auf unsere Urbanität“, betonte Brauner. Gerade die Vielfalt sei es, die Wien ausmacht und besonders lebenswert macht. „In Wien kann jede und jeder Heimat finden. Wir bewerten Menschen nicht danach, ob sie eine Kippa, ein Kopftuch oder einen Turban tragen. Uns ist wichtig, dass alle Menschen gleichberechtigt leben können, dass alle unsere Demokratie und die Menschenrechte – und Frauenrechte sind Menschenrechte! – respektieren. Alltagsrassismus hat in Wien keinen Platz!“, betont Brauner.