Frauen tragen diese Krise

Bild: Astrid Knie

Die SPÖ-Bundesfrauen haben eine Umfrage zur Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in der Zeit der Corona-Krise präsentiert. Die Ergebnisse unterstrichen das, was das öffentliche Bild in den letzten Wochen bereits gezeigt hat: Frauen sind aufgrund der Krise ganz besonders belastet und stehen unter großem Druck, was ihre persönliche Lebenssituation betrifft. Im Rahmen der vom Institut Triple M unter 1.000 Frauen durchgeführten Online-Umfrage berichtet jede zweite befragte Frau mit Kindern von einem zum Teil viel höheren Betreuungsaufwand durch die Krise. 86 Prozent, bei Alleinerzieherinnen sogar 93 Prozent der Frauen sagen, dass Frauen den Hauptteil der Belastung in der momentanen Situation tragen. Rund zwei Drittel erwarten sich durch Corona zudem eine Verschlechterung der beruflichen Situation von Frauen in Österreich. Auch was die Unterstützung durch öffentliche Stellen betrifft, ist große Unzufriedenheit spürbar. Insbesondere Befragte mit Kindern und Alleinerzieherinnen fühlen sich durch die öffentliche Hand schlecht unterstützt.

„Frauen tragen diese Krise“, hält die Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen Marina Hanke fest. „Es sind die Mütter, die neben ihrem Job Kinder und Angehörige zu Hause betreuen, es sind die vielen weiblichen Angestellten im Handel, in der Pflege und im Gesundheitswesen, die unsere Gesellschaft in den letzten Wochen getragen haben. Die Frauen in Österreich sind durch die Corona-Krise besonders großen Belastungen ausgesetzt. Hinzu kommen Ängste und Sorgen um die eigene Zukunft. Die Krise darf zu keinem Ketteneffekt führen, der, bedingt durch Überbelastung, weitere physische und psychische Erkrankungen nach sich zieht. Wir fordern von der Frauenministerin, sich für die Frauen in Österreich stark zu machen, sie durch schnelle Lösungen zu unterstützen und so weitere Überbelastungen abzufedern. Insbesondere Alleinerziehende müssen jetzt unterstützt werden“, so Marina Hanke. „Die Krise hat einmal mehr evident gemacht, wie notwendig die rasche Umsetzung der bereits vor der Corona-Krise geforderten Maßnahmen für die Frauen in Österreich ist. Ob eine generelle Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich, den flächendeckenden Ausbau von Kinderbetreuung oder eine Umverteilung durch Besteuerung von Vermögen und Erbschaften – um allen Frauen in Österreich ein gutes, abgesichertes Leben zu ermöglichen, brauchen wir grundlegende Veränderungen“, führt Hanke weiter aus.

„Männer sprechen mehrmals pro Woche aus ihrer Perspektive heraus über eine Lebenssituation, die – gemäß ihrem Anteil an der Bevölkerung – zu 50 Prozent auch Frauen betrifft“, unterstreicht die Wiener Frauensekretärin Nicole Berger-Krotsch diese Forderungen. „Wir appellieren an die Bundesregierung, nicht weiter die Augen zu verschließen, sondern hinzuschauen und die Frauen in diesem Land mit ihren Sorgen und Ängsten ernst zu nehmen“, so die Wiener Frauensekretärin.