Frauengesundheit in Wien

Frauengesundheit ist ein relativ junger Bereich der Medizin, der aber durch immer aktuellere Forschungsergebnisse und moderne Methoden stetig wächst und neue Erkenntnisse dazu gewinnt.

Die Stadt Wien hat gemeinsam mit einer Fachkommission bereits Ende der 90er Jahre das Wiener Programm für Frauengesundheit erarbeitet. Die darin enthaltenen Grundsätze und Handlungsfelder begleiten alle gesundheitspolitischen Projekte und Vorhaben als strategische Ziele: Das Wiener Programm für Frauengesundheit ist also ein Bekenntnis zu einem gendergerechten Verständnis von Gesundheit und zu Chancengleichheit im Gesundheitssystem.

Darüber hinaus gibt es mit FEM Nord und FEM Süd in Wien zwei öffentliche Frauengesundheitszentren deren Angebote explizit auf die medizinischen Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten sind.

Wenn wir über Frauengesundheit sprechen, ist auch das Brechen von Tabus immer noch ein großes Thema: Nicht ohne Grund findet heute noch ein zweiter Aktionstag, der Menstrual Hygiene Day, statt. Die weibliche Monatsblutung wird bis heute auf viele verschiedene Arten totgeschwiegen oder tabuisiert: Ein gutes Beispiel dafür ist die entfremdete, cleane Darstellung von Menstruationsblut in Werbespots durch blaue Flüssigkeit. Auch die Möglichkeit zur Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs ist im Jahr 2020 noch immer keine Selbstverständlichkeit: In Polen wartet seit Mitte April ein Gesetz auf seine Umsetzung, das den Schwangerschaftsabbruch bei embryopathischer Indikation wieder unter Strafe stellt. Auch in Österreich gibt es immer wieder Gruppierungen, die die Abschaffung der embryopathischen Indikation als Grund für einen Schwangerschaftsabbruch fordern. Dabei können auch ungewollte Schwangerschaften die Gesundheit von Frauen nachweislich negativ beeinflussen.

Kurzum, Frauengesundheit ist ein vielschichtiger und vielfältiger Themenbereich, der noch längst nicht komplett erforscht ist und den es auch aus frauenpolitischer Sicht vehement zu unterstützen gilt: Denn Frauen haben auch gesundheitlich andere Bedürfnisse als Männer.