Frauen sind Krisenmeisterinnen – seit immer.

Unter dem Titel „Krisenmeisterinnen“ steht die Frühjahrskampagne der Wiener SPÖ-Frauen zum Internationalen Frauentag am 8. März. Nach einem Jahr Corona-Pandemie ist es ein ganz besonders denkwürdiger Frauentag, denn das vergangene Jahr hat vor allem eines mehr als deutlich gezeigt: wie weit wir von echter Gleichstellung von Frauen und Männern tatsächlich entfernt sind. Ungefragt und vielfach unbezahlt tragen Frauen unsere Gesellschaft und bezahlen dafür einen viel zu hohen Preis. Es ist allerhöchste Zeit, dass sich dies endlich ändert.

War der Spagat zwischen Beruf und Familie bereits vor der Krise für viele Frauen schwierig, ist die einstige Doppelbelastung während des vergangenen Jahres zu einer Vielfachbelastung angewachsen. Frauen im weiblich dominierten systemerhaltenden Berufssektor sehen sich völlig neuen, unkalkulierbaren gesundheitlichen Risiken gegenüber. Auch der Blick auf die Arbeitsmarktzahlen zeichnet kein besonders erfreuliches Bild: auch hier sind es mehrheitlich Frauen, die von Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit oder dem Verlust des Einkommens betroffen sind. Bestimmte Bevölkerungsgruppen wie jene der Alleinerzieherinnen trifft die Krise noch einmal härter: Erwerbstätigkeit, Familienmanagement und Sorgearbeit im Rahmen eines Lockdowns lasten auf einem Elternteil ungleich schwerer als auf Zweielternfamilien. Das ständige Zusammensein vieler Personen auf engstem Raum gepaart mit den Ängsten um die eigene Zukunft fordert auch gesundheitlich seinen Tribut.

„Das vergangene Jahr hat bei den Frauen gesundheitlich wie ökonomisch Spuren hinterlassen. Viele Frauen sind weit über ihre Belastungsgrenzen gegangen und die Krise ist noch nicht zu Ende“, resümiert die Wiener SPÖ-Frauenvorsitzende Marina Hanke die Situation. „Tatsache ist auch, dass die Krise für uns Frauen nicht erst 2020 begonnen hat. Frauen waren vor Beginn der Corona-Pandemie schon unterbezahlt und haben sich unbezahlt um Familie, Angehörige und Hausarbeit gekümmert“, führt Marina Hanke weiter aus. „Die aktuelle Kampagne soll aufrütteln und den Blick auf die weibliche Lebensrealität lenken und gleichzeitig aufzeigen, wie eine gleichberechtigte Zukunft für Frauen aussehen muss“, fasst die Frauenpolitikerin zusammen.

Der Blick auf die weibliche Lebensrealität ist es auch, welchen das männlich dominierte Krisenmanagement der Bundesregierung vermissen lässt. Die Corona-Krise ist in Österreich ausschließlich an die Entscheidungen von Männern geknüpft. Seit Beginn der Pandemie fehlen entsprechende Maßnahmen von Seiten der Bundesregierung, welche die Auswirkungen der Krise auf Frauen abfedern. Und dies ist erst die Spitze des Eisbergs. Begriffe wie Homeoffice, Homeschooling, Homecooking, Kinderbetreuung und Kurzarbeit werden, inhaltlich aufgeladen, auch nach der Krise noch lange in den Köpfen vieler Frauen nachhallen und vor allem auch ökonomisch nachwirken. Teilzeitarbeit, Verdienstausfälle, niedrige Löhne und Pausen in der Erwerbstätigkeit wirken sich nicht nur kurz- sondern auch langfristig auf die Zukunft vieler Frauen aus. „Dem müssen wir unbedingt entgegensteuern“, zeigt sich Marina Hanke entschlossen. Die hohe Arbeitslosigkeit darf kein weiteres Auseinanderdriften männlicher und weiblicher Löhne zur Folge haben, weiblich dominierte Berufe müssen dem Lohnniveau männlicher Berufssparten angepasst werden“, blickt die Frauenvorsitzende in die Zukunft. „Auch hinsichtlich der Aufteilung unbezahlter Arbeit bedarf es klarer, nachhaltiger Lösungen“, betont Marina Hanke. „Die Frauen sind wütend und das völlig zu Recht. Es darf nicht mehr alles allein auf ihren Schultern lasten.“

Wien zeigte schon vor der Pandemie, wie Gleichberechtigung aussehen kann und stellt sich mehr denn je hinter die Frauen. 2021 werden zusätzliche 1,3 Millionen Euro an Budget für die Frauenförderprogramme des waff – und damit für die berufliche Weiterbildung von Frauen in Wien – zur Verfügung gestellt. Für Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaal ist dies eine notwendige Maßnahme genau zum richtigen Zeitpunkt:

„Die Auswirkungen der Corona-Krise treffen Frauen besonders hart – etwa die Mehrfachbelastung durch Home Office und Home Schooling. Viele Frauen sind in Kurzarbeit oder haben Sorge um ihren Job. Daher haben wir in Wien 2021 das Budget für die Frauenförderprogramme des waff auf insgesamt fast 10 Millionen Euro aufgestockt. In die Weiterbildung von Frauen noch mehr Geld zu investieren ist ein wesentlicher Beitrag zu besseren Jobchancen für Frauen, zum Schließen der Einkommensschere – und zur Selbstbestimmtheit von Frauen“, führt die Frauenstadträtin aus. „Es ist wichtig, dass Frauen in einer Notsituation möglichst schnell und unbürokratisch Hilfe bekommen. Diese Unterstützung bekommen Frauen, die von Gewalt betroffen sind, beim 24-Stunden Frauennotruf und beim Frauenhaus-Notruf – und zwar rund um die Uhr. Außerdem gibt es im Frauenzentrum der Stadt Wien kostenlose, vertrauliche und anonyme Beratung von Juristinnen, Sozialarbeiterinnen und Psychologinnen – an fünf Tagen in der Woche. Wir sind für die Wienerinnen da!“, unterstreicht Vizebürgermeisterin Kathrin Gaal den Wiener Weg.

„Gesamtgesellschaftlich hat uns die Pandemie viel über Gleichberechtigung gezeigt. Vor allem, dass wir noch längst nicht da sind, wo wir eigentlich hinwollen“, zieht Marina Hanke abschließend Bilanz „Ohne gefragt zu werden und einfach darum, weil es immer schon so war, sind Frauen Tag für Tag das Rückgrat der Gesellschaft. Viele Frauen sind physisch und psychisch am Limit, sie können nicht mehr“, verdeutlicht die Wiener SPÖ-Frauenvorsitzende die Situation der Frauen. „Es ist fünf vor zwölf, sich diesen Ungerechtigkeiten endlich zu stellen und die Probleme bei den Wurzeln zu packen“, appelliert Marina Hanke. „Ungefragt sind Frauen seit jeher Meisterinnen der Krise und es ist allerhöchste Zeit, dies endlich zu ändern. Frauen sind Krisenmeisterinnen seit immer, aber nicht für immer.“

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