Afghanistan-Kundgebung: Holt die Frauen raus!

Bild: Astrid Knie

Afghanische Botschafterin bei Solidaritätskundgebung für Frauen in Afghanistan

Auf einer gemeinsamen Solidaritätskundgebung der SPÖ-Frauen, Wiener SPÖ-Frauen und der Volkshilfe, mit Unterstützung des Black Voices Volksbegehrens, wurde nochmals auf die dramatische Lage der Frauen und Mädchen nach der Machtübernahme des terroristischen Regimes der Taliban in Afghanistan hingewiesen. „Die Situation der Frauen und Mädchen ist brutal und grausam. Die internationale Staatengemeinschaft muss diese Frauen schützen und ihnen rasche Hilfe zukommen lassen. Holt die Frauen raus!“, betonte SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner in ihrer Rede am Donnerstagvormittag am Platz der Menschenrechte. Man dürfe nicht länger bei der systematischen Unterdrückung von Frauen und den von den Taliban verübten Menschenrechtsverletzungen zuschauen. Im Fokus der Hilfsmaßnahmen stehen insbesondere Frauen, die sich in der Vergangenheit gegen die Taliban öffentlich geäußert haben. Dazu zählen Frauen an den Hochschulen, in Vereinen, Journalistinnen, Politikerinnen und Frauenrechtsaktivistinnen.  „Sie brauchen jetzt unsere Unterstützung. Wir dürfen nicht zusehen, wie Frauenrechte mit Füßen getreten werden und Frauen wieder der Brutalität von rückschrittlichen, gewaltbereiten Männern ausgesetzt sind“, so Holzleitner.

Die afghanische Botschafterin in Österreich, Manizha Bakhtari, nahm heute ebenfalls an der Kundgebung teil und erinnerte an die frauenpolitischen Errungenschaften der letzten 20 Jahre in Afghanistan, die Frauen den Zugang zu höherer Bildung, Wirtschaft und politischer Partizipation ermöglicht haben. Diese Frauen hört niemand mehr. „Wir und ihr seid jetzt die Stimme der afghanischen Frauen und Leute. Frauen haben ein Recht auf Sicherheit und Teilhabe!“, so Bakhtari.

Die Wiener SPÖ-Frauenvorsitzende Marina Hanke erneuerte die Bereitschaft der Stadt Wien, konkret Hilfe zu leisten und bedrohte afghanische Frauen aufzunehmen: „Wien ist Menschenrechtsstadt und Wien ist eine Stadt, die internationale Solidarität lebt. Der Wiener Bürgermeister hat bereits klargestellt, dass Wien bereit ist, schutzsuchende Menschen wie zum Beispiel Aktivistinnen, die für Frauenrechte eintreten, aufzunehmen. Als Wiener Frauenvorsitzende kann ich das nur unterstützen: In Zeiten wie diesen müssen wir zusammenhalten und uns für Menschenrechte weltweit einsetzen!“

Tanja Wehsely, Geschäftsführerin der Volkshilfe Wien und ebenfalls Mitveranstalterin der Kundgebung, betonte die internationale Solidarität von Frauen, diese sei „die stärkste Waffe gegen Unterdrückung, Chancenraub und reaktionäre Entwicklungen. Die Volkshilfe unterstützt die Aufnahme von flüchtenden Frauen aus Afghanistan und begleitet sie bei einem neuen Lebensstart in Österreich. Menschenrechte gelten immer und überall.“