Gender Mainstreaming in Wien

Immer für die Frauen - Zusammenhalt
Bild: Ekin Göcen

Unter dem Begriff Gender Mainstreaming versteht man eine konkrete Strategie zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter. Die unterschiedlichen Lebenssituationen aller Geschlechter sollen dabei auf allen Entscheidungsebenen berücksichtigt werden, um die Gleichstellung tatsächlich durchzusetzen. Auch im Bereich der Stadtentwicklung spielt Gender Mainstreaming eine wichtige Rolle, weil eine geschlechtergerechte und solidarische Gesellschaft auch zur Lebensqualität einer Stadt beiträgt. Nur eine Gesellschaft, in der Chancen, Möglichkeiten und Verpflichtungen gleichmäßig verteilt sind, kann ein selbstbestimmtesLeben entsprechend der persönlichen Fähigkeiten, Bedürfnisse und Wünsche garantieren.

1992 wird die MA57 als Frauenbüro gegründet und bietet somit die erste Anlaufstelle in den Bereichen Frauenförderung und Informationsarbeit.  Mittlerweile wird auf vielen verschiedenen Ebenen beraten, gefördert und unterstützt. Das vielfältige Angebot richtet sich nicht nur an Mädchen und Frauen in schwierigen Lebenssituationen, sondern auch an Frauenvereine und Förderprojekte und ist in vielerlei Hinsicht beispielhaft. Das Frauenservice der Stadt Wien ist eine gelungene stadtpolitische Maßnahme, die es sich zum Ziel gesetzt hat, der Benachteiligung von Frauen und Mädchen durch Empowerment entgegenzuwirken. Auch der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds, kurz WAFF genannt, bietet das Förderungsprogramm FRECH an, das sich gezielt der beruflichen Weiterbildung von Frauen widmet.

Eine maßgebliche juristische Errungenschaft stellt das Wiener Gleichbehandlungsgesetz von 1996 dar. Mit diesem Gesetz verpflichtet sich die Stadt Wien nicht nur jegliche berufliche Diskriminierung aufgrund des Geschlechts zu beseitigen, aber auch gleichzeitig Frauen gezielt zu fördern, um deren berufliche Fähigkeiten bestmöglich zu nutzen. Damit wird der Grundstein für eine moderne Gleichstellungspolitik in Wien gelegt.

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Zeitgleich setzen sich die Wiener SPÖ Frauen im Rahmen der „Mehr Licht“-Aktion mit dem Sicherheitsbedürfnis von Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum der Stadt auseinander. Befragungen der Wiener Frauen und Mädchen machen damals deutlich, dass seitens der weiblichen Bevölkerung der Wunsch nach stärkerer Beleuchtung des öffentlichen Raums sehr groß ist. Die Umsetzung dieser Anregungen ist noch heute im Wiener Stadtbild zu erleben und trägt zum guten subjektiven Sicherheitsgefühl der Wienerinnen und Wiener bei. Von da an werden bei der Planung von Stadtentwicklungsprojekten auch Faktoren wie Gendersensibilität, Bewegungs- und Barrierefreiheit oder erhöhtes Sicherheitsbedürfnis thematisiert.

2005 wird das Wiener Gender Mainstreaming auch um den Aspekt des Gender Budgeting, also der finanzpolitischen Verankerung der Gleichstellung, erweitert. Erstmals werden nicht nur Teilbereiche des Budgets hinsichtlich Gleichstellung untersucht, sondern ganze Budgetansätze der Stadt auf ihre Geschlechterrelevanz geprüft.

Die Stadt Wien hat über die letzten Jahre frauenpolitisch schon viel erreicht und will noch viel mehr umsetzen. In Zeiten, in denen die schwarz-blaue Bundesregierung viele Frauenförderungen kürzt und eine Frauenministerin diesen Namen überhaupt nicht verdient, ist es umso wichtiger als WienerInnen zusammenzustehen und uns gegen diesen frauenpolitischen Backlash zur Wehr zu setzen. Zusammen sind wir Wien und stehen gegen rückschrittliche Frauenpolitik und Sozialabbau auf!