Bessere Aufstiegschancen für Frauen

Tanja - Bessere Aufstiegschancen für Frauen
Tanja - Bessere Aufstiegschancen für Frauen Bild: Katarzyna Bruniewska-Gierczak

Tanja wirkt ein wenig angespannt. Kein Wunder, steht sie doch vor einer Projektpräsentation bei einem wichtigen Kunden. Trotz des Zeitdrucks merkt man der 29-Jährigen an, dass ihr ihre Tätigkeit Freude bereitet. Sie ist Inhaberin einer kleinen Videoproduktionsfirma, die mittlerweile über einen soliden Kundenstamm verfügt und in der Werbe- und Musikbranche einen guten Ruf genießt.

Geplant hat Tanja die Selbständigkeit nicht, vielmehr hat der Zufall Regie geführt. Eigentlich hat die junge Frau in Wien Publizistik und Theaterwissenschaften studiert. Sie hat das Studium rasch durchgezogen und sich gewünscht, später im Bereich Kulturjournalismus arbeiten zu können.

Doch nach ihrem Abschluss holte sie die bittere Realität ein. Sie verschickte unzählige Bewerbungen, meist erhielt sie nicht einmal eine Antwort. Sie ergatterte lediglich ein mehrmonatiges unbezahltes Praktikum bei einem Lokalblatt. Schreiben ließ man sie fast nichts, stattdessen wurde sie für Büroarbeiten herangezogen.

Auch im nächsten Job war sie weit unter ihren Qualifikationen beschäftigt. Für einen kleinen Fernsehsender verfasste sie Texte für die Homepage, die Bezahlung war schlecht und erfolgte auf Honorarbasis.

Die Frustration bei Tanja wuchs, sie fühlte sich unterfordert und von den männlichen Chefs nicht ernst genommen. Sie wollte es endlich schaffen, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen, um nicht länger von ihren Eltern abhängig zu sein.

Bei einer Party wurde sie dann von einem Freund angesprochen. Er fragte sie, ob sie nicht Lust hätte, dabei zu helfen, ein kurzes Musikvideo für seine Band zu produzieren. Tanja hatte sich schon während des Studiums sehr für Film und Videokunst interessiert und in ihrer Freizeit mit der Kamera experimentiert. Sie sagte zu.

Das Video verbreitete sich über Facebook und Twitter, die Resonanz war durchwegs positiv. Es folgten Anfragen von anderen Wiener Bands und in Tanja keimte der Gedanke auf, dass ihre Zukunft darin liegen könnte, die Videoproduktion auf professionelle Beine zu stellen.

Sie beriet sich mit einer ehemaligen Studienkollegin, die ebenfalls mit ihrer beruflichen Situation unzufrieden war. Diese empfahl ihr den Schritt in die Selbständigkeit und bot ihr an, mit ihr gemeinsam ein kleines Unternehmen zu gründen.

Die beiden jungen Frauen wandten sich an die Wirtschaftsagentur Wien. Nach einem individuellen Beratungsgespräch beim Frauenservice war beiden klar, dass sie auf dem richtigen Weg waren. Sie erhielten umfassende Coachings und nahmen am GründerInnentag teil, um sich umfassend zu informieren.

Die Zeit der Unternehmensgründung verlief turbulent, sie hatten noch kein eigenes Büro und mussten oftmals improvisieren. Aber auch bei der Auswahl von leistbaren Räumlichkeiten stand den jungen Frauen die Wirtschaftsagentur mit Rat und Tat zur Seite.

Mittlerweile ist die Firma gut etabliert, neben Musikvideos produzieren die beiden nun auch Werbe- und PR-Filme. Und der nächste Schritt ist, einen weiteren Arbeitsplatz zu schaffen. Wenn das Unternehmen weiterhin so gut läuft, wollen sie im kommenden Jahr eine/n Kamerafrau/mann aufnehmen.

„Ohne den Rückhalt der Wirtschaftsagentur hätte ich mich nie getraut, mich selbständig zu machen. Die Stadt Wien unterstützt junge Frauen dabei, ihre Ideen zu verwirklichen, und das sollte unbedingt beibehalten werden, denn dadurch wird auch der Wirtschaftsstandort Wien gestärkt und Arbeitsplätze geschaffen. Frauen sollen sich in Wien beruflich entfalten können und in ihren Qualifikationen gefördert werden. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass Frauen in Führungspositionen gleichermaßen wie Männer vertreten sind, dann gibt es mehr Verständnis für unsere Anliegen im Beruf.“

 

Zentrales Anliegen der Stadt Wien muss es sein, alle Potenziale für den Wirtschaftsstandort zu nützen.

Gerade gut ausgebildete Frauen sind durch ihre Qualifikation wichtige Arbeitskräfte, auf die ein prosperierender Wirtschaftsstandort nicht verzichten kann.

Dieses Potenzial wird noch nicht vollständig ausgenützt. Wien muss deshalb Unterstützung bieten, damit es nicht verloren geht.

 

WAS WIR IN WIEN FÜR DICH ERREICHEN WOLLEN

 

  • Wien braucht Frauen, die Unternehmen gründen. Gerade Klein- und Mittelunternehmen (KMU) sind wichtige Arbeitgeberinnen und tragen zur positiven Entwicklung des Wirtschaftsstandorts bei. Es sind daher jene Initiativen weiter auszubauen, die insbesondere Frauen unterstützen.

  • Gerade Frauen zeichnen sich bei Unternehmensgründungen dadurch aus, dass sie ihre Start-ups nachhaltiger entwickeln und diese behutsamer wachsen. Wir wollen die sich dynamisch entwickelnde Szene auch durch geeignete Fördermaßnahmen und ein gutes GründerInnen-Netzwerk weiter stärken, um so mehr Frauen zum erfolgreichen Schritt in die Selbständigkeit zu verhelfen.

  • Jungen, gut ausgebildeten Frauen muss der Einstieg in den Beruf erleichtert werden. Wir treten daher für faire Bedingungen bei Praktika ein.

  • Wir setzen uns für eine gesetzliche Regelung ein, die eine verpflichtende Frauenquote in den Aufsichtsräten von börsennotierten Unternehmen vorsieht.

  • Unternehmen ab einer bestimmten Größe sollen verpflichtet werden, Frauenförderpläne zu etablieren.

  • Wien geht mit gutem Beispiel voran. Der Magistrat hat einen Frauenanteil von mehr als 37 Prozent in Führungspositionen, auch durch ein starkes Gleichbehandlungsgesetz. Dieser Weg muss auch in den kommenden Jahren konsequent weitergeführt werden.

 

WAS WIR IN WIEN FÜR DICH ERREICHT HABEN

 

  • mehr Frauen haben höhere Bildungsabschlüsse

  • mehr weibliche Unternehmerinnen

  • Frauenservice der Wirtschaftsagentur Wien

  • mehr Frauen in Toppositionen

  • Stärkung des Wirtschaftsstandorts Wien

  • frauenfördernde Unternehmen

  • Schaffung neuer Arbeitsplätze