Gleiche Bildungschancen für alle

Marija - Neue Chancen durch Bildung
Bild: Katarzyna Bruniewska-Gierczak

Marija ist angekommen. Seit 2007 lebt die gebürtige Kroatin in Wien, mittlerweile bezeichnet sie die Stadt als ihre Heimat. Ihr persönliches Engagement und die Unterstützung durch die Stadt Wien haben dazu geführt, dass Marija und ihre Familie nun in eine gute Zukunft blicken können. Vor allem die Bildungsangebote waren der Schlüssel zur gelungenen Integration. Dabei fiel Marija der Neubeginn in Österreich nicht leicht.

Die fehlenden Sprachkenntnisse führten dazu, dass sie die meiste Zeit alleine zu Hause verbrachte, während ihre Tochter Jasna die erste Klasse einer Volksschule besuchte und ihr Mann Jakov arbeitete. Manchmal zweifelte sie, ob es für sie richtig war, ihr Leben in Kroatien mit Beruf und FreundInnen aufzugeben. Im Gegensatz zu Marija lebte sich Jasna schnell ein. Die schulbegleitenden Sprachkurse trugen dazu bei, dass sie dem Unterricht gut folgen konnte, und sie fühlte sich in ihrer Klasse wohl.

Auch Marija nahm sich vor, bald die deutsche Sprache zu erlernen. Über Jasnas Schule wurde sie auf das von der Stadt Wien geförderte Projekt „Mama lernt Deutsch“ aufmerksam. Ein optimales Angebot, da während der Kurszeiten auch die Kinderbetreuung sichergestellt war. Für Marija war „Mama lernt Deutsch“ mehr als ein reiner Sprachkurs.

Der Austausch mit anderen Frauen, die in einer ähnlichen Lebenssituation waren wie sie, gab ihr wieder Selbstvertrauen und auch ihre Einsamkeit war wie weggeblasen. Es entwickelten sich Freundschaften, die weit über den Kurs hinaus hielten. Von der Kursleiterin erhielt sie den Rat, sich darum zu bemühen, ihr Diplom als Krankenschwester, das sie in Kroatien erworben hatte, in Österreich anerkennen zu lassen.

Der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF) riet ihr, sich an das Beratungszentrum für Migranten und Migrantinnen zu wenden. Dort leitete man gemeinsam mit Marija die notwendigen Schritte für das Anerkennungsverfahren ein, das inzwischen abgeschlossen ist. Heute arbeitet Marija im SMZ Ost und betreut dort DialysepatientInnen.

Doch nicht nur beruflich, auch privat hat sich alles gut entwickelt. Marija und Jakov haben ein weiteres Kind bekommen, den mittlerweile vierjährigen Luka, der den Gratiskindergarten besucht.

Da zu Hause viel Kroatisch gesprochen wird und Marijas Deutsch noch nicht ganz perfekt ist, sind die Eltern froh, dass der kleine Luka dort eine gute Vorbereitung auf die Volksschule erhält und kleine Sprachschwierigkeiten rechtzeitig behoben werden.

Jasna hat im letzten Jahr die Neue Mittelschule abgeschlossen, dank der Gratisnachhilfe hat sie ein respektables Zeugnis erhalten. Sie hatte schon immer ein mathematisches Talent und der Wiener Töchtertag hat dazu beigetragen, dass sie sich nun um eine Lehrstelle im Bereich der Elektrotechnik in einem städtischen Unternehmen bemühen möchte.

In Jasnas Freizeit ist das Jugendzentrum in ihrem Bezirk eine wichtige Anlaufstelle für sie geworden. Jede Woche besucht sie dort den Mädchennachmittag, um sich mit anderen Mädchen auszutauschen.

„Wien ist eine besondere Stadt für mich. Nie hätte ich damit gerechnet, so große Unterstützung zu erhalten. Wenn Wien diesen Weg weitergeht und allen Menschen weiterhin die Chance gibt, sich hier ein neues Leben aufzubauen, dann trägt das zur guten Weiterentwicklung der Stadt bei. Ich fühle mich hier zu Hause und hoffe, dass ich gemeinsam mit meiner Familie zu einem respektvollen Zusammenleben aller Menschen beitragen kann. Für eine Metropole im Herzen Europas ist Internationalität und Mehrsprachigkeit ein großer Vorteil.“

Eine gute Ausbildung ist entscheidend für die persönlichen Chancen jeder Wienerin und jedes Wieners. Sie entscheidet aber auch darüber, wie sich die Stadt wirtschaftlich weiterentwickeln wird.

Wien steht für Gerechtigkeit im Bildungssystem, jeder soll die gleichen Möglichkeiten erhalten.

Der geschlechtergerechte Zugang zu Bildung ist deshalb ein zentraler Bestandteil unserer Forderungen.

 

WAS WIR IN WIEN FÜR DICH ERREICHEN WOLLEN

 

  • Geschlechtersensible Erziehung beginnt im Kindergarten. Jedes Kind verfügt über unterschiedliche Erfahrungen und Vorstellungen zu Geschlechterrollen. Damit tradierte Rollenklischees erst gar nicht entstehen, muss Wien weiter daran arbeiten, noch mehr männliche Kindergartenpädagogen aufzunehmen.

  • Das Betreuungsangebot in Wien muss weiter ausgebaut und verbessert werden. Dazu brauchen wir das bestausgebildete Personal, wir treten daher für eine Akademisierung der Ausbildung für KindergartenpädagogInnen ein.

  • Gratiskindergarten und Gratisnachhilfe sollen auch weiterhin gratis bleiben.

  • Jedes Kind hat das Recht auf einen Kindergartenplatz. Wir wollen daher, dass die Anzahl an Kindergartenplätzen kontinuierlich erhöht wird.

  • Mädchen brauchen gezielte Förderung, um sie für technische Berufe zu begeistern. Erfolgreiche Initiativen wie der Wiener Töchtertag oder spacelab girls, eine arbeitsmarktpolitische Einrichtung speziell für Mädchen, sollen fortgeführt und ausgebaut werden.

 

 

Wien ist eine Stadt der Vielfalt und der Bildung. Das respektvolle Miteinander aller WienerInnen und eine klare Haltung gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sind entscheidend für die Lebensqualität in unserer Stadt.

NeuzuwanderInnen brauchen Unterstützung und Orientierung. Frauen und Männer haben unterschiedliche Bedürfnisse und Anliegen.

Wien stellt deshalb eine Vielzahl von Angeboten zur Verfügung, die diesen Bedürfnissen Rechnung tragen.

 

 

WAS WIR IN WIEN FÜR DICH ERREICHT HABEN

 

  • Wiener Ausbildungsgarantie

  • schulbegleitende Sprachkurse

  • Gratiskindergarten

  • Kindergarten-Bildungsplan

  • Sprachförderprogramme für Frauen

  • Beratungszentren für Frauen

  • Ganztagsschulen

  • Gratisnachhilfe

  • Mädchenförderung