Was würdest du mit 7.207 Euro machen?

Bild: Moritz Nachtschatt

SPÖ Wien Frauen und Gewerkschafterinnen in der SPÖ fordern anlässlich des Wiener Equal Pay Days am 15. November Lohngerechtigkeit

Frauen verdienen in Österreich für die gleiche Arbeit im Schnitt um 20 Prozent weniger als Männer. Wien hat im Bundeslandvergleich den spätesten Equal Pay Day: Hier arbeiten Frauen statistisch gesehen ab dem 15. November bis zum Jahresende gratis. Ihnen entgehen somit durchschnittlich 7.207 Euro pro Jahr. „Der Equal Pay Day fällt dieses Jahr in Wien auf den 15. November, also vier Tage später als letztes Jahr. Das ist einerseits eine erfreuliche Entwicklung, zeigt uns aber andererseits auch, dass das Schließen der Lohnschere in Österreich immer noch ein langer Weg ist, auf dem auch die Bundesregierung endlich handeln muss“, so die Vorsitzende der SPÖ Wien Frauen LAbg. Marina Hanke.

Es brauche verpflichtende Einkommensberichte, einen kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.700 Euro und den Ausbau ganztägiger Bildungseinrichtungen nach Wiener Vorbild. „In unserer Stadt und jederzeit, wenn wir uns in Regierungsverantwortung befinden, zeigen wir es vor: Erst kürzlich stellte sich heraus, dass in der Großen Koalition unter Christian Kern ein 1,2 Milliarden Euro schweres Ganztagesbetreuungspaket, inklusive Rechtsanspruch, geplant gewesen wäre. Als diese Information zu Sebastian Kurz gelangte setze er wohl alles daran dies zu verhindern, wie die Chats verdeutlichen,“ verdeutlicht Hanke ihre Forderungen an die Bundesregierung.

„Frauen leisten nach wie vor einen Großteil der unbezahlten Arbeit und kümmern sich um Hausarbeit, Kindererziehung und Pflege von Angehörigen. Das wirkt sich auf das Einkommen und die Pension aus. Wir wollen die Lohnschere schließen. Frauen halten unsere Gesellschaft am Laufen und sind Leistungsträgerinnen! Ein gerechter Lohn zählt zu den wichtigsten Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben und für eine faire und gesicherte Pension. Das Ziel ist: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!“, so Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál.

Durch den guten Ausbau, die längeren Öffnungszeiten sowie die wenigen Schließtage der Kinderbetreuungseinrichtungen ist es den Wienerinnen besser möglich einer Beschäftigung auch in Vollzeit nachzugehen. Die generellen Benachteiligungen lasse Frauen trotzdem weiterhin an die „gläserne Decke“ stoßen, betont Korinna Schumann, Bundesrätin und FSG-Wien Frauenvorsitzende. „Betriebe müssen endlich per Gesetz verpflichtet werden, die Einkommen ihrer Mitarbeiter*innen offenzulegen. Wer Frauen und Männer nicht gleich bezahlt, muss Strafe zahlen.“

Die SPÖ Frauen machen sich auf allen Ebenen für gerechte Einkommen stark und machen wienweit mit Bezirksaktionen auf den Equal Pay Day aufmerksam. „Beim derzeitigen Tempo würde sich die Lohnschere in Österreich erst bis 2050 schließen. Das ist aus unserer Sicht zu langsam. Daher braucht es weitere und mutigere Maßnahmen, um diese Entwicklung zu beschleunigen“, so die Wiener Frauensekretärin, LAbg. Nicole Berger-Krotsch abschließend.